US-amerikanische Qualitätsfernsehserien wie „The Sopranos“, „The Wire“, „Boardwalk Empire“ oder „Breaking Bad“ haben einen neuen Gütestandard cineastischer Unterhaltung geschaffen. Ihre langsameren, „serialen“ Narrationen seien dem klassischen Plot des Kinofilms überlegen. Paradoxerweise wurde mit den neuen Erzählformen durch eine explizite Darstellung körperlicher und seelischer Gewalt nicht nur an herkömmlichen Erzählkonventionen, sondern auch manifesten Tabus in Fernsehserien, etwa dem unbefleckten Helden, gerüttelt. Oder nicht? Ivo Ritzer stellt in seinem Beitrag die Frage, ob die neuen Fernsehserien tatsächlich Tabus brechen oder sie vielmehr Abziehbilder alltäglicher Machtbeziehungen darstellen.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 2-2014 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2014