Er wagte den Sprung von der sozialistischen Utopie zur Organisation. Mit ihm begann die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei. Kennt man die SPD, wie sie mittlerweile geworden ist, dann mag man es kaum glauben: Mit ihm soll wirklich alles angefangen haben? Mit einem Dandy, der höchsten Wert auf noble Hemden, glänzende  Lackstiefel, exquisite Weine, schöne und fügsame Frauen legte? Mit einem Salonlöwen und Bonvivant?[1] Von ihm sollen die Wege zu Friedrich Ebert führen? Oder zu Erich Ollenhauer, Hans-Jochen Vogel, Kurt Beck?

Wir reden von Ferdinand Lassalle. 2013 und 2014 wird man wohl noch einige Mal von ihm sprechen, sein Bild sehen, seine abenteuerliche Lebensgeschichte erzählt bekommen. […]

Anmerkungen:

[1] Kein Zufall sicherlich, dass dieses Leben als Vorlage für Romane diente, siehe etwa George Meredith, The Tragic Comedians: A Study in a well-known Story, New York 1903 [deutsch: Die tragischen Komödianten. Eine wohlbekannte Geschichte im neuen Licht, Zürich 2007]; Stefan Heym, Lassalle, München 1969.

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 2-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012