Warum, wie und wann kam das Grüne in die Politik? Grün, als vorstechende Farbe der Vegetation, steht für eine Politik, welche die Natur als Wert an sich sieht und sie vor bloßer Ausbeutung und Zerstörung schützen will. Im Verlauf der 1970er Jahre gab die Symbolfarbe – zugleich die Couleur der Hoffnung – Parteien den Namen, die aus der schon älteren Umweltbewegung hervorgingen. Diese war bis dahin eher als geistige Strömung und in außerparlamentarischen Verbänden organisiert gewesen. Auch hier gab es Verdichtungen und Zusammenschlüsse, die auf eine Policy, den staatlichen Umwelt- und Naturschutz, hinausliefen wie etwa den 1975 gegründeten Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Eine parlamentarische Verankerung suchte nun auf die staatliche Politik Einfluss zu nehmen, was sich erstaunlich rasch, am frühesten in Frankreich, in zuständige Landes- und Bundesministerien für Umweltschutz umsetzte.

Am erfolgreichsten sind diese Initiativen in den letzten vier Jahrzehnten in Deutschland gewesen, wo die GRÜNEN durchgängig in Bundes-, Landes- und Kommunalparlamenten vertreten und an Regierungen beteiligt sind – in Baden-Württemberg stellen die GRÜNEN mit dem 1979 aus den K-Gruppen zu den baden-württembergischen Grünen gekommenen Wilfried Kretschmann momentan auch einen Ministerpräsidenten. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2016 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2016