Das Jahr 1979 war ein wichtiger Wendepunkt in der jüngsten Geschichte des Iran. In diesem Jahr sollte sich entscheiden, welchen politischen Kurs das Land künftig einschlagen würde. Diese schicksalhafte Wende prägte die iranische Gesellschaft und Kultur der nächsten Jahrzehnte maßgeblich. Sie verlieh ihnen nach außen ein neues Gewand. Das Land mit seiner Politik der Abschottung und Isolierung entwickelte sich jedoch zu einem aktuell wichtigen strategischen Partner in der Region. Trotz der restriktiven Kulturund Öffentlichkeitspolitik wurde die iranische Gesellschaft zu einer global vernetzten Mediengesellschaft, die Kritik in gewissem Rahmen tolerierte und Frauen in der Öffentlichkeit eine Stimme gab. Als Wirtschaftspartner geschätzt und als Teil der »Achse des Bösen« geächtet, als aufstrebende Bildungs- und Zivilgesellschaft beachtet und als islamisch-fundamentalistischer Staat  beargwöhnt, könnten die nebeneinander existierenden stereotypen Bilder vom Iran widersprüchlicher nicht sein.

Um die Entwicklungen im Inneren verstehen und erklären zu können, ist ein Blick auf die Einflüsse der regionalen Netzwerke und die Mediennutzung hilfreich. Denn das Land war vor 1979 international gut vernetzt und bei seinen europäischen und transatlantischen Partnern hoch angesehen. Dennoch nahmen die sozialen und politischen Spannungen seit den 1950er Jahren rapide zu. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2016 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2016