»Wir haben so etwas wie einen historischen Wahlsieg errungen.« Mit diesen Worten reagierte der inzwischen zum ersten grünen Ministerpräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik gewählte Winfried Kretschmann auf den grünen Wahlsieg in Baden-Württemberg. Das war im Frühjahr 2011. Politische Kommentatoren pflichteten Kretschmann bei, sprachen von einer Zeitenwende, einem Epochenwandel. Als Renate Künast nur sechs Monate später mit 17,4 Prozent in Berlin am eigenen Anspruch, stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus der Hauptstadt zu werden,  scheiterte, wurde zugleich das Ende des grünen Höhenflugs diagnostiziert. Schließlich hatten Umfragen die Grünen in Berlin mehrfach bei dreißig Prozent gesehen, daher musste das Berliner Ergebnis vor dem Hintergrund überhitzter Erwartungen als Niederlage gelten. […]

Seite ausdrucken Beitrag bestellen

Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 1-2012| © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2012