Die Entwicklung der Mitgliedschaften der deutschen Parteien wird in der öffentlichen Diskussion vor allem unter dem Gesichtspunkt sinkender Mitgliederzahlen betrachtet. Zu Beginn jeden Jahres, wenn die neuesten Zahlen von den Parteizentralen bekannt gegeben werden, beginnt in den Medien ein mittlerweile wohlbekanntes Ritual: der Schwanengesang auf die Mitgliederpartei. Den Parteien liefen die Mitglieder davon, sie überalterten und seien zunehmend nicht mehr in der Lage, ihre gesellschaftlichen und politischen Aufgaben wahrzunehmen. Ihre Hauptfunktion, für eine »ständige lebendige Verbindung zwischen dem Volk und den Staatsorganen« zu sorgen, wie es das deutsche Parteiengesetz ungewohnt pathetisch normiert, sei durch den Rückgang der Mitgliederzahlen in Gefahr. […]

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Quelle: INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, H. 0-2011 | © Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen, 2011